Die sieben "K"s als Fotograf

Auch wenn man "frei und kreativ" tätig sein möchte, kann es trotz aller Freiheit sinnvoll sein, sich über die üblichen ökonomischen Modelle in Bezug auf ein "erfolgreiches Marketing" zu informieren.

Im Bereich der Wirtschaft werden diesbezüglich oft die sieben "K"s genannt: Kunden, Kaufobjekte, Kaufziele, Kaufbeeinflusser, Kaufprozesse, Kaufanlässe, Kaufstätten.

Sich über diese sieben "K"s wenigstens kurz Gedanken gemacht zu haben, kann für den Einstieg in die Peoplefotografie ebenfalls nicht schädlich sein.

1. Kunden

Für eine kreative Tätigkeit - zum Beispiel als Fotograf - sollte ich mir auch Gedanken machen, wer den Markt für mich bildet, beziehungsweise wer meine "Kunden" sein sollen?

Meine Zielgruppe können dann zum Beispiel Paare sein, die heiraten möchten, oder Menschen die sich mit individuellen Bewerbungsbildern präsentieren möchten.

Für freie Shootings interessieren sich oft Frauen zwischen 18 und 25, die Interesse an schönen Bildern von sich haben, um die "jungen Jahre" für die nächsten Jahrzehnte in schöner Erinnerung zu behalten.

2. Kaufobjekte

Was wird von meiner Zielgruppe gekauft, beziehungsweise nachgefragt?

Im Bereich der Fotografie können ganz unterschiedliche Arten von Fotos nachgefragt werden. Die Erwartungen an Fotos bei einer Hochzeit, Bewerbungsbildern oder beim inszenieren eines Motorradfahrers sind wahrscheinlich ziemlich unterschiedlich.

Hier sollte man sich auch Gedanken machen, für was man sich persönlich am Meisten interessiert und was der eigene Schwerpunkt werden soll.

3. Kaufziele

Warum entsteht überhaupt die Nachfrage bei der Zielgruppe?

Dies kann ganz einfach daran liegen, dass im Bekanntenkreis niemand mit einem Fotoapparat umgehen kann und gute Fotos machen kann. Die Nachfrage nach einem Fotografen ist damit vor allem sachlich begründet.

Deutlich mehr Motivation werden die Personen haben, die sich generell gerne in Szene setzen und mit Freude präsentieren, da sie im Moment des Shootings natürlich komplett im Mittelpunkt stehen.

Hauptsächlich wird es in allen Fällen jedoch darum gehen, am Ende gute Bilder zu bekommen. Für den Fotografen kann es darum wichtig sein, ein gutes Portfolio zu haben, damit die potenziellen neuen Models einen Eindruck von den fertigen Bildern des Fotografen bekommen können.

4. Kaufbeeinflusser

Oft ist nicht alleine eine Person die sich für das Shooting interessiert an der Entscheidung beteiligt, sondern sie wird auch Wert auf ihr soziales und berufliches Umfeld legen und sich im Vorfeld überlegen, wie ihr Umfeld auf die Fotos reagieren könnte.

Diese Überlegungen werden sich vor allem auf die gewünschten Aufnahmebereiche auswirken. Auch wenn das interessierte neue Model sich gerne in "sexy Dessous" verewigt sehen würde, so kann das soziale Umfeld ein entscheidender Faktor dafür sein, dass diese Aufnahmebereiche seltener nachgefragt werden.

Das Portfolio des Fotografen sollte also nicht nur aus Dessous und Akt bestehen, sondern vor allem auch Portraits und Fashionbilder - ähnlich der großen Modekataloge - beinhalten.

5. Kaufprozesse

Wie wird der Fotograf heutzutage nachgefragt?

Üblicherweise gibt es einige Seiten im Internet speziell für den Bereich Fotografie. Da dort eine gewisse Selektion stattfindet, ist dieser Weg durchaus empfehlenswert für eine seriöse Kontaktaufnahme. Jedoch ist auch - nach wie vor - die Suche in Kleinanzeigen oder sozialen Netzwerken relevant. Dort sollte man als Fotograf also inserieren, beziehungsweise präsent sein. Wer offensiv an das Thema rangehen möchte, kann natürlich auch den klassischen Weg des "Ansprechens auf der Straße" wählen.

6. Kaufanlässe

Die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für ein Shooting sein könnte, ist pauschal wahrscheinlich nicht zu beantworten.

Generell bieten sich "besondere Anlässe" immer für ein Shooting an.

Wie zum Beispiel die bereits erwähnte Hochzeit oder die Bewerbungsmappe. Allerdings gehört es auch zum normalen Lebenszyklus der Menschen dazu, dass man in gewissen Phasen des Lebens nicht so empfänglich für ein Fotoshooting ist, aber ein paar Monate später durchaus starkes Interesse daran bekommen kann.

Nach der ersten Kontaktaufnahme ist also auch "Geduld" eine gute Eigenschaft des Fotografen. In der Hoffnung, dass ich das potentielle Model später doch noch meldet.

7. Kaufstätten

Letztlich bleibt noch die Frage, wo das Shooting dann umgesetzt werden soll?

Dafür eignen sich die üblichen Möglichkeiten im Studio, zu Hause, draußen oder an speziellen Locations.